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Japan Is 'Five Years Behind' Western Devs
(1 post)-
Posted 1 year ago #
Otixero (Member)
Diese Überschriften hören wir alle Jahre wieder. So ließ es sich auch letztens wieder ein renommierter japanischer Entwickler nicht nehmen, Kritik an der eigenen Branche zu üben. Keiji Inafune, Head of Global Research and Development bei Capcom sagte:
“I look around Tokyo Games Show, and everyone’s making awful games; Japan is at least five years behind,” he lamented. “Capcom is barely keeping up. I want to study how Westerners live, and make games that appeal to them.”
Bevor wir uns fragen sollten WIE japanische Entwickler ihre Spiele für den Westen anpassen sollten, ist das WARUM die wichtigere Frage. Warum ist in den letzten Jahren der westliche Markt so wichtig geworden für Japan? Wieso zerbrechen sich die Entwickler eines gänzlich anderen Kulturkreises den Kopf nur um dem Westen zu gefallen, wenn dieser doch seit Jahren fast schon ignoriert wurde?
Die Antwort ist simpel: Geld.
Der japanische Markt ist viel kleiner als der westliche, zudem lässt der boomende Trend von Free to play Games die HD-Sparte schrumpfen. Wenn der eigene Markt übersättigt bzw. rückläufig ist, gibt es nur einen Ausweg:
Neue Käuferschichten/neue Märkte erobern.Keiji Inafune – Executive Producer von Street Fighter 4,
Bionic Commando, Dead Rising 1&2, das auf der
TGS 2010 angekündigte Asura´s Wrath und viele mehr“I want to study how Westerners live, and make games that appeal to them.”
Viele japanische Entwickler beginnen bei der Konzeption eines Spieles für den Westen mit einem Fehler: Sie möchten ihren kulturellen Hintergrund verbergen, um dem westlichen Gamer zu gefallen. Ihrer Meinung nach verkaufen sich ihre Spiele nicht im Rest der Welt, da der westliche Gamer die japanische Spielekultur nicht kennt/versteht.
Stimmt diese Aussage? Um diese Frage zu beantworten werde ich Spiele aufzählen, die im Osten und im Westen erfolgreich sind.
Typ A
- Street Fighter IV
- Super Mario Bros. Wii
Beide Titel sind sehr gute Spiele, bei denen man aber nicht sofort ihren Ursprung erkennen kann. Es sind beides “Mainstream”-Titel, die auf der ganzen Welt beliebt sind.
Typ B
- Demon´s Souls
- No More Heroes
Diese Spiele schaffen es eine eigene Nische aufzubauen oder zu füllen. Demon´s Souls hätte eigentlich nicht in den Westen kommen sollen. Der japanische Entwickler Atlus hatte große Schwierigkeiten Publisher für den amerikanischen und europäischen Markt zu finden. Viele Leute haben nicht an den Erfolg von diesem schweren, geradezu altmodischen Spiel geglaubt.
No More Heroes hat es wiederum geschafft, mit seinem abgedrehten Gameplay und merkwürdigen Charakteren, eine treue Fanbasis im Westen aufzubauen. Das Spiel war vor seinem Release in aller Munde und konnte mit seinen überraschend guten Verkaufszahlen außerhalb Japans ein Sequel hervorbringen.No More Heroes war ein Überraschungshit in Europa und Amerika
“Elementare Designelemente” einhalten
Diese erfolgreichen Spiele zeigen, dass der westliche Gamer durchaus Interesse an Spiele aus dem Osten hat. Die sehr guten Verkaufszahlen von Call of Duty und Halo beweisen einen Hang zum FPS-Genre, aber nicht die oft vermutete, universelle Abneigung der japanischen Designkultur.
Japanische Spielentwickler sollten sich eins deutlich machen: Wenn sie von Beginn der Entwicklung an ein Spiel für den Westen konzipieren, müssen sie die Standards des jeweiligen Genres einhalten. Damit ist nicht gemeint jeden Charakter und jedes Gameplayelement des Genreprimus zu kopieren. Viel wichtiger zu Beginn ist es, die elementaren Designelemente einzubauen. Komfortables Speichersystem, das Überspringen von Cutscenes, einprägsame Steuerung, vertonte Charaktere, verständliche Schwierigkeitsgrade, abwechslungsreiches Pacing. Diese (und noch andere Elemente) sieht der westliche Gamer, durch jahrelanges Spielen und Gewohnheit, als gegeben an.
Wird eines oder mehrere dieser Designelemente nicht eingehalten, empfinden wir dies als groben Designschnitzer. Der Review score könnte durch den Unmut der Spieleredaktuere, wenn diese sich über ein unfaires Speichersystem oder eine hackelige Steuerung aufregen, rapide fallen. Jedoch gilt auch hier: Würde ein japansicher Entwickler all diese Ratschläge einhalten, könnte er trotzdem im Westen sang und klanglos untergehen. Stichwort: GrafikIst der neue Dante (Devil May Cry)
ein Versuch den Westen anzusprechen?Die “Einzigartigkeit” bewahren
Kopien von erfolgreichen Spielen müssen auch mindestens genauso gut aussehen.
Eine 1zu1 Kopie von Gears of War mit schlechterer Grafik hätte es ziemlich schwer auf dem westlichen Markt. Auch westliche Entwickler scheitern an solchen Kopien. Es ist also kein Japan-only Problem. Diese ewige Nachahmung liegt nicht im Interesse der Spieler. Spieler möchten Abwechslung. Etwas Neues, fernab vom 08/15 Shooter oder Action-Adventure. Viele würden jetzt Innovation schreien und auf die schiere Masse der Sequels als Ursache für die Ideenarmut verweisen. Sequels sind aber nicht das Hauptproblem. Eine Serie kann auch Innovationen setzen und die Messlatte für folgende Spiele neu anheben. Es geht vielmehr um die Einzigartigkeit des Spiels. Wie hebt sich das Spiel von der grauen Masse ab? Besitzt es einen eigenen Grafikstil, ist die Musik besonders interessant oder trumpft das Spiel mit noch nie erlebtem Gameplay auf? Kurz gesagt:
Könnte man dieses Spiel mit der Konkurrenz verwechseln?Der letzte Rettungsanker: Die Nische
Wenn alle Konsumenten ein Produkt kaufen, redet man vom Mainstream. In der Videospielbranche wären das Spiele wie: FIFA, MADDEN, Singstar, Guitar Hero, Halo, Call of Duty u.a. Mit diesen Spielen zu konkurrieren ist sehr schwierig. Aussichtsreicher ist es, durch einen unverwechselbaren Stil die Aufmerksamkeit der Medien zu erhalten, die jeweilige Nische zu befriedigen und vielleicht sogar den Mainstream zu erreichen. Nehmen wir mal wieder Demon´s Souls und No More Heroes als Beispiele. Jeder Podcast und jede Zeitschrift hat über diese Spiele mehrmals berichtet. Oberflächlich betrachtet, könnte man beide Titel als mittelmäßige, “skurrile” Spiele abstempeln. No More Heroes bietet eine sinnlose Oberwelt mit schrecklichen Minispielen. Ein Designschnitzer nach dem anderen eigentlich. Bei diesem Spiel bleiben aber die Grafik, der Sound und der Stil in Erinnerung. So hat es dieses Spiel geschafft, nicht nur den Suda 51 Fan zu erreichen, sondern auch andere Käuferschichten.
Demon´s Souls ist einen anderen Weg gegangen. Hier ist nicht die Grafik oder der Stil entscheidend für den Erfolg, es ist vielmehr der sagenumwobene Schwierigkeitsgrad.
Dieses Spiel ist schonungslos alt und schwer. Elementare Designelemente, wie auch das Wort Mainstream waren den Entwicklern egal. Es hat die (fast vergessene) Nische der Hardcore-RPG´s perfekt ausgefüllt und durch seine allgegenwärtige Ode an die Vergangenheit den Nerv der Spieler getroffen.
Mit anderen Worten: Es ist in der heutigen Zeit einzigartig.Der knallharte Schwierigkeitsgrad und das Gameplay von Vorgestern
ließen Demon´s Souls auf eine merkwürdige Art “modern” wirken.Die richtige Balance
Ich bin nicht der erste, der diese Argumente hervorbringt. Es ist ziemlich einfach die Fehler der japanischen Entwicklungskultur aufzuzählen und Lösungen vorzuschlagen. Leider ist es um ein vielfaches schwieriger, diese umzusetzen. In Japan ticken die Uhren anders. Videospiele sind kein Nischen-Hobby, die vom Mainstream belächelt werden. Sie sind fest in der Kultur eines Landes verankert, das sich nur sehr langsam für neue Wege und Ideen öffnen wird. Wenn überhaupt, wird es noch Jahre dauern bis japanische Spiele nicht mehr als “rückständig” oder “zu skurril” gelten. An dieser Entwicklung können wir auch nicht wirklich beitragen. Direktes Feedback an die Entwickler ist hier der einzige Weg den Stein ins Rollen zu bringen. Zu Zeiten des Internets eigentlich kein Problem, wenn man diese Möglichkeit richtig ausnutzen würde. Insofern bleibt eigentlich nur noch eins zu sagen:Liebe japanische Entwickler. Euer Ziel sollte es nicht sein, ein Spiel FÜR den Westen zu produzieren. Es ist viel wichtiger einige westliche Designelemente zu übernehmen. Investiert in eine gute Synchronisierung und Übersetzung. Vergesst nicht die “Bequemlichkeit” mit einzukalkulieren und versucht eine ansehnliche Grafik zu integrieren.
Aber das Wichtigste: Verbergt nicht eure Herkunft. Viele westliche Gamer sind sehr interessiert an der japanischen Kultur. Leute lesen Mangas, sehen sich Animes an und spielen eure Spiele. Der Westen ist neugierig, das war er schon immer. Er lässt sich nicht einfach abschrecken und ist offen für neue Spielideen. Nicht zuletzt, weil auch der westliche Spielemarkt von Kopien überflutet wird. Europa bietet mit den vielen verschiedenen Kulturen viel Potenzial, richtet sich aber lieber an die großen Marken des Mainstreams.
Japanische Spielentwickler sollten nicht versuchen sich die westliche Videospielkultur anzueignen. Wenn ihr zurzeit nicht mit dem technischen Fortschritt des Westens mithalten könnt, solltet ihr eure eigene Nische ausbauen. Versucht nicht EUCH an den Westen zu richten und ein Abbild zu werden, versucht UNS mit der japanischen Videospielphilosophie vertraut zu machen. Entfernt die Hindernisse in eurem Spieldesign und weckt unsere Neugierde.(Euch gefällt dieser Beitrag? Dann besucht doch gerne meine Homepage: otixero.de
Das solls dann aber auch mit der Werbung gewesen sein ^^ Vielen Dank)
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