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Killerspiele stehen auf einer Stufe mit Kinderpornographie

(5 posts)

  1. Posted 2 years ago #

    stq66 (Member)

    Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann hat anlässlich der Preisverleihung für den "deutschen Computerspielpreis 2009" in München das Verbot von Killerspielen bekräftigt und feuert auf breiter Front gegen diese Spiele.

    Unter anderem stellt er in einer Presseaussendung des Innenministeriums mit dem Thema "Keine Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware" das Genre auf die selbe Stufe wie Kinderpornos.

    (http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php)

    "Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand infrage stellt", so Herrmann, der damit nicht nur Bayerns Forderungen nach Verboten von gewalthaltigen Spielen erneuert, sondern auch die Produkte der Spielebranche und diese selbst auf eine Ebene mit Kinderpornos und Drogen stellt.

    Zusätzlich noch ein Bericht auf golem.de (http://www.golem.de/0904/66255.html)

    cheers
    hELMUT

  2. Posted 2 years ago #

    Sluft (Member)

    Hier noch ein paar weitere Kommentare dazu seitens Spieleentwicklern. (siehe gamefront.de)

    Spieleverbände fordern Entschuldigung des bayerischen Innenministers

    03.04.09 - In seiner Pressemeldung von Dienstagabend vergleicht der bayerische Innenminister Herrmann Ego-Shooter mit Kinderpornografie und Drogen. In aller Deutlichkeit fordern die deutschen Spieleverbände hiermit eine offizielle Entschuldigung des Ministers für diesen völlig überzogenen, sachlich falschen und unnötig polemischen Vergleich.

    Stephan Reichart, Hauptgeschäftsführer von G.A.M.E.: 'Die Aussage des Herrn Ministers steht glücklicherweise nicht für Bayern insgesamt. Trotzdem ist sie für uns völlig inakzeptabel. Computerspiele derart zu kriminalisieren und mit Kinderpornografie zu vergleichen, ist polemischer Unsinn und diffamiert nicht nur unsere Branche insgesamt, sondern auch Millionen Computerspieler in Deutschland.

    Wer solche Aussagen trifft, zeigt deutlich, dass er sich noch nie mit Spielen beschäftigt hat und eine Politik des letzten Jahrhunderts vertritt. Mit Politikern wie Herrn Herrmann verliert die CSU jede Glaubwürdigkeit bei Millionen erwachsener Menschen und Wähler, die mit Computerspielen groß geworden sind und disqualifiziert Bayern mittelfristig als Standort für Deutschlands wichtigste Entertainmentindustrie. Wir fordern von Herrn Herrmann eine deutliche Entschuldigung für diesen verbalen Fehlgriff.'

    Olaf Wolters, Geschäftsführer BIU: 'Aus unserer Sicht sind die äußerungen von Herrn Hermann absolut nicht repräsentativ für die Politik der bayerischen Staatsregierung. Diese hat sich in letzter Zeit verstärkt um die Förderung der Unterhaltungssoftwareindustrie bemüht und insbesondere aus der Staatskanzlei sind deutlich differenziertere Aussagen zu unserer Branche zu hören.

    Wir fordern den bayerischen Innenminister auf, seine politische Geisterfahrt am rechten Fahrbahnrand zu beenden und zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. Das momentane Verhalten des bayerischen Innenministers erinnert sehr stark an einen politischen Ego-Shooter, der sich mit rein populistischen und inhaltlich fragwürdigen Aussagen zu profilieren versucht.'

    Frank Sliwka, Geschäftsführer ESB: 'Auch der ESB schließt sich mit seinen mehr als 60.000 Mitgliedern den Forderung der beiden Verbände GAME und BIU an und fordert den bayerischen Innenminister auf, endlich einen fairen und sachgerechten Dialog zu führen. Mit seiner öffentlich geäußerten politischen Haltung verhindert der bayerische Innenminister diesen Dialog und fördert vielmehr die Ausgrenzung tausender Jugendlicher.

    Er siedelt eine Generation deutscher junger Staatsbürger durch seine äußerungen in dem Bereich der Kriminalität an. Der ESB erbittet vom Bayerischen Innenminister eine deutliche Entschuldigung! Solange dieses nicht geschieht fordert der ESB seine Mitglieder auf, deutliche politische Signale gegen die CSU zu setzen.'

  3. Posted 2 years ago #

    High-Fish (Member)

    ich find immerwieder schön zu sehen, dass die wirklich Guten in die Industrie gehen. Als Pressemensch in der Industrie wird man wohl besser bezahlt als in der Politik
    Rhetorisch sind die Branchenverbände dem Innenminister von Bayern einfach überlegen und kontern jedes Mal eiskalt ohne beleidigend zu sein.

    Immer wenn ein Politiker so einen Blödsinn von sich gibt freu ich mich auf die Reaktionen^^

  4. Posted 2 years ago #

    cronjob (Member)

    Ich würde der Industrie noch all zu viele Lorbeeren zukommen lassen. Im Vergleich zu unserem Innenminister, ist so gar meine dreijährige Nichte rhetorisch besser drauf..

  5. Posted 2 years ago #

    Osaic (Member)

    Diese ganze "Killerspiel"-Diskussion führt doch eh zu nichts. Viele Fernsehserien/Filme sind doch viel brutaler als Computerspiele und können das zusätzlich auch noch täuschend echt darstellen, in einer Qualität in der Computerspiele das nicht können.

    Einmal wieder mit Kinderpornographie anzufangen ist einfach niveaulos und mir kommt es vor, dass den Politikern die Argumente ausgehen.

    Allein das Verbot des Intel Friday Night Games vor einigen Wochen hat gezeigt, dass sich Politiker damit überhaupt nicht auseinander setzen. Sowohl die Personen die dort spielen, als auch diejenigen die das Event besuchen sehen diese Spiele nicht als Kriegsspiele/Realität sondern als ernstzunehmenden Sport.

    Ich bin der Meinung, dass der Vorwand "Kinderpornographie" als Deckmantel für politische Aktionen, die absolut nichts mit dem Thema zu tun haben (siehe Zensurliste/Bundestrojaner/etc.) fast schon mit einer Stufe wie Kinderpornographie selbst steht. Nicht das ich das Thema jetzt verharmlosen will. Solche Aktionen haben keine zwar keine große Auswirkungen auf Einzelne, aber sehr wohl eine auf das gesamte System Demokratie. (das war jetzt ein wenig Off-Topic, sorry).


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